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18. Dezember 2015 / bubuludilli

Vorfreude

Hach, es ist wieder so weit: Das Material wird eingepackt, die Logistik geht ihren üblichen, chaotischen Weg, nicht mehr lange, dann spielt die Hanse wieder auf.

Dieses Mal geht es aufs Open Ear, dieses Mal die Indoor Version nach Erlangen. Mit im Gepäck sind dieses Mal T, A, S und F.

Hier mal noch der Mitschnitt vom sommerlichen Open Air:

Bis später?

 

6. September 2015 / bubuludilli

Warum denn? Warum?

Warum mache ich das?

Es ist ja nicht so, also ob hanseatische Musik unbedingt allen ästhetischen Anforderungen genügen würde. Daher wird sie ja auch zumeist zu besonderen Anlässen zelebriert. Auch ist es keine Frage warum man das macht: Geil isses! Freie Musik mit Kontrolle über alle Parameter der Musikalität, das einzige, worauf man achtet ist das, was man selber so von sich gibt und was die anderen um einen herum so machen. Also nicht nur Kommunikation mit sich selbst sondern auch Kommunikation mit dem Rest der Welt, also so etwa wie das Leben selbst ist.

Also warum zur Hölle sollte man so etwas alleine im stillen Kämmerchen machen fragte ich mich letztens als ich nach einem Tag des universitären tippsens meinen Synth aufbaute. Die erste Antwort war klar: Weil ich es kann, was denn sonst?

Sobald man sich ein wenig in die Maschinerie eingearbeitet hat erzielt man schnell lärmige, dicht klingende Ergebnisse. Aber damit hat es sich noch nicht ganz.

Während ich da dröhne und föhne gibt’s dann da immer noch irgendwas, womit ich nicht ganz zufrieden bin. Mal stimmt ein Faderverlauf nicht, dann habe ich das Gefühl einen nicht genug Vielfältigkeit in den Klang einzubauen oder ich vergesse ein geiles Feature meiner Hardware und ärgere mich den einen Knopf im Eifer des Gefechts nicht rechtzeitig gedrückt zu haben.

Also dämmert es mir: Auch komische Gerätschaften kann man üben, zumal man ja gerne mal ein Dutzend Soundspuren gleichzeitig am Laufen hat. Erschreckend zu sehen, wie einem das bisschen Multi-Tasking zu schaffen macht, man merkt es danach: Irgendwo hat man vergessen die Lautstärke zu korrigieren und schwupps ist da mitten im Flow ein harter Bruch. Es ist ja nicht so, als ob man auf einem Synth Skalen übt, an der Atmung schleift oder die handwerklichen Feinheiten des Vibratos übt…

Was passiert also: Aus dem musikalischem Dia- oder auch Multilog wird also ein Monolog. Aber das ist nicht weiter wild: Die besten Gespräche sind Selbstgespräche und ist alles was ich an meinen Gerätschaften tue ein rhetorisch Übung, ein vor dem Spiegel vorgetragenes, spontanes Rezitat, eine Aufgabe der Wortgewandheit an einen selbst, für einen Selbst.
Zweck der Sache? Wenn ich dann eines Tages wieder mit meinen Mithanseaten auf einer Bühne/in einem Kellerloch Kunst erschaffe kenne ich eine Borste meines Pinsels mehr.

Es hat niemand gesagt, dass sich der Weg dahin knuffig anhört, aber hey, wer genau hinhört kann vernehmen wie ich das ein-oder andere Knöpfchen drehe, einen Spannungsbogen herstelle, ihn unterwegs versaue und auf meine eigene Art und Weise aus einem Korg Electribe und einem EHX SMMHazarai zu machen versuche, was sich zwischen mir und der Gerätschaft in meinem Kopf abspielt.

Der unten folgende Track ist also gleichbedeutend dazu, wenn jemand Etüden spielt, Oktavsprünge übt, Fingersätze einschleift oder Partituren nachhört um ein Gefühl für Orchestrierung zu bekommen. Oder alles gleichzeitig.

28. Juli 2015 / cdm13

Achtelwahrheiten und Dreiviertellügen

Ein Anlegetipp der Außenstelle Sachsen der Hansestadt, für die nächste Binnenreise. Der Fluss ist nicht fern. In diesem Fall die Elbe. Ein kleines Dorf nebst Anteil am Elberadweg, Serkowitz genannt. Zehn Kilometer von Dresden entfernt. Es hat der Museen drei. Eins davon nennt sich Lügenmuseum und geht der Legende nach auf eine vorwitzige Nachfahrin des Barons von Münchhausen zurück. Sie wurde mit den Jahren immer schöner.

Ausgestellt werden Devotionalien des Absurden: Das Ohr von Van Gogh. Das Originalwasser von der Untergangsstelle der Titanic. Für Freunde des Schaurigen: Wenn man das Ohr ganz nah an den Lautsprecher eines alten Radios presst, kann man den Originalssound der Titanic hören, zwanzig Minuten, nachdem sie untergegangen war.

Der doppelte Boden versteckt sich gut zwischen den gestapelten Kuriosarien. Haben bewusstseinserweiternde Haushaltsgeräte das Ende der DDR mit verursacht?

Zwischen Lüge und Wahrheit die Frage, ob es die Freiheit des Lügens für alle gibt? Gibt es ein Recht zu Lügen und was geschieht mit dem, der die Barone Lügner nennt?

Das Haus der Lüge hat kein Dach, aber eine blaue Tür. Man ist willkommen, die Gefahr eines möglichen Einstürzens selbst zu überprüfen. Ein Hoch auf den Untergang.

Öffnungszeiten: Sa/So/Ferien/Feiertage 13-18h, 2/4€.

14. Juli 2015 / bubuludilli

Das Märchen von der Welt

man hält es nicht für möglich, die schönsten Sachen sind am Besten versteckt. So wusste ich nur vom Hörensagen um 3 Ecken von einem angeblichen Ambientfestival irgendwo.

Erst Vorgeschichte: Andi ist neben Sägenvirtuose auch zufällig passionierter und talentierter DJ, quer durch die Genres. So ist es kein Wunder, dass er manchmal einen Ruf erhält. Und als er auf das Open-Ear-Festival eingeladen wurde dachte er sich wohl: lass mal ein wenig Live-Musik machen. Und da wir uns sowieso schon zusammengetan hatten um einen mal mit Kopfhörern was auszuprobieren war klar: das wuppen wir.

Für mich die größte Herausforderung: Ambient. Es liegt dann leider doch in meiner zerstörten Natur Klänge gerne ins wüst-destruktive zu ziehen. Also bestand der Hauptteil meiner Bemühungen darin, mich im Vorhinein auf maximale Seelenruhe auszurichten und das Denken in ruhige Bahnen zu lenken. Zumal ich im privaten Kämmerchen in eher beat-basierten Bahnen unterwegs war: Hier gibt es ein Klangbeispiel von meinem ungefähren Setup, alles noch zu hart für ein Ambient-Festival

Als es dann losgehen sollte war ich positiv überrascht: Wir hatten spontan Zuwachs gefunden! Ein Überranschungshanseat, nennen wir ihn mal „M“ würde uns noch begleiten. Wie es das Schicksal wollte hatte Andi zudem noch ein kleines Buch dabei: Das „Märchen von der Welt“, nach Georg Büchner (aus Woyzeck). Ein todtrauriges Schriftstück, herzzerreißend illustriert, wenige Seiten totaler Absturz. Und weil das so untypisch war wurde noch im Auto auf der Hinfahrt unser Konzept ausgearbeitet: 5 Sätze, dann DJ-Set.

Noch ein Paar Worte zur Location: sehr Genial! Ein wundervolles Panorama über die fränkische Schweiz, liebenswerte Dekoration und angenehme Gesellschaft. Das ganze Ding stammt meines Wissens aus der Feder eines Gewissen Alex L. Ihm gebührt großer Dank!

Zum musikalischen Geschehen: eröffnet wurde der Abend durch das Akasha-Project, neben einem konzeptionell interessantem Ansatz gab es traumhafte Klangflächen kredenzt.
Im Anschluss war Alex selbst mit seiner Hang-Drum dran, ich persönlich hätte noch Stunden zuhören können.

Unser Set war eigentlich recht unaufgeregt: Textstück, danach Synthie, Computer, Sax/Flöte/Synthe. Und das beinahe ein halbes Dutzend mal. Nur, dass es verdammt traurig war.
Allzuviel gibt es tatsächlich nicht zu sagen, der Flow war durchaus vorhanden, die zeitliche Einteilung war gut gelungen und ich freue mich riesig auf eventuelle Aufnahmen! Im Anschluss an das Live-Set ging es direkt ins DJ-Set über, eine recht spaßige Kombination

Zu guter Letzt noch einmal ein riesiges Dankeschön an Alle beteiligten, es war wunderBärchen!

15. Mai 2015 / bubuludilli

Beinahe eine Probe

Die CampusKulturWoche nähert sich und die Hansestadt Bayreuth schippert in rauhen gewässern. Aber das sind wir ja gewohnt.

Da ein hochdotierter Mitmatrose leider nicht bei unserem sonischen Anschlag auf die Mensainsel dabei sein kann rutsche mir das Herz in die Hose. Ob wir wohl die gewohnte, klangliche Dichte erzeugen können? So ganz ohne KH? Dies galt es herauszufinden.

Und so kam es, dass der Gohlkomat und ich sich trafen. Neu dabei: Kopfhörer. das ist zwar an sich nix neues, aber anstatt die Ergebnisse unserer künstlerischen Schwimmstunde über eine Box zu reflektieren stöpselten wir den Krempel direkt auf unsere Ohren. Hat für mich als Saxer den Vorteil, dass ich unendliche Echos bauen kann ohne das Feedback zu fürchten. Aufgenommen wurde der Spaß nach etwas Tüddelei mit einem kleinen KaossPad 2, die Qualität ist also etwas Lo-Fi geworden. Horcht mal rein:

https://soundcloud.com/bubuludilli/voyage-i

Dies ist nur ein Teil des Abends, auf der Festplatte schlummert noch ein 30minütiger Opus, der muss erst noch zerschnippelt werden.

Also, esst erstmal, was auf den Tisch kommt 🙂
Die ursprüngliche Befürchtung, dass wir da irgendwie nackig auflaufen ist komplett unbegründet, die Hansestadt brilliert in jeder Besetzung. Oder so ähnlich

14. April 2015 / bubuludilli

Es naht die CampusKulturWoche

Demnächst findet die CampusKulturWoche statt. Das ist schön, denn die Hansestadt Bayreuth lässt es sich nicht nehmen dem Studierendenparlament seine Dienste anzubieten.

Unten stehend findet man den aktuellen Entwurf zum Geschehnis. Es wird nervig, aufreibend, laut, kulturell wertvoll und sehr spannend für uns alle. Wir freuen uns auf euch!

Die Hansestadt Bayreuth: Gestrandet

Der Campusvorplatz der Universität der Hansestadt Bayreuth im Jahr 3157: Nachdem die ArchäologInnen die Überreste des Schlingensief-Manila-Desasters entziffern konnten, haben Sie sich auf ein Erklärungsmuster geeinigt, welches am Mi., den 20. Mai in einem historischen Reenactment dargestellt wird. Die Hansestadt wird zum 666. Jahrestag dieses denkwürdigen Ereignisses einer fünteiligen und dreistündigen Performance die biologistisch-tragischen Ereignisse des Jahres 2671 vergegenwärtigen.

Der Mensch lebt nicht von Brot alleine, daher nimmt sich die Hansestadt Bayreuth neben der autarken Plane und Schokopudding noch ihre Instrumentenkiste mit. Utopie oder Alptraum, zwischen dem Herr der Fliegen und the Beach eremitiert das Improvisationskollektiv um die Uni Bayreuth mit der Musik der Vergangenheit der Zukunft zu versorgen.

1. Dezember 2014 / bubuludilli

Es ist gegengezeichnet!

Und so geschah es, dass das Innenministerium für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit der Hansestadt Bayreuth im Jahre 3014 in die Rakete stieg, um sich zum Operndorf aufzumachen. Es galt das afrofuturistische Manifest gegenzuzeichnen und so die „multimediale Manifestation von Absichten, Wünschen, Hoffnungen und Ängsten, die unser Dasein und unser Wesen in diesem von uns gestalteten Sonnensystem betreffen“ vom Jupiter-Mond Europa zur Regierungsstadt Sun Ras des Vierzehnten in Burkina Faso, Erde, zu bringen.

Hört sich mächtig versponnen an. War es auch. Und das ist gut so.

Für alle, die jetzt noch nicht wirklich wissen worum es geht, fange ich nochmal ein paar AE weiter unten an: Die Hansestadt Bayreuth ist ein Improvisationskollektiv, mehr Infos auf hansestadtbayreuth.wordpress.com. Musikalische Ausgestaltung, Besetzung und generelles sonisches Setup sind also eher wabernder Natur. Aus selbiger Truppe kam seinerzeit Knut Holtsträter auf die Idee, eine Space Opera zu verfassen und verfasste den unter diesem Link instrumentierten Inspirationstext. Und da nahm das Schicksal seinen Lauf. Wir krallten uns so etwa alle verfügbaren Performer/Musizisten und sponnen weiter an der Idee. Als Aufführungsort war das IWALEWA-Haus Bayreuth auserkoren, der 27. November 20:00 Uhr als Aufführungszeitpunkt. Die Besetzung manifestierte sich zu einem Oktett verschiedenster Performancegattungen, sowohl akustischer als optischer Natur.

Den Besucher erwarteten im Foyer des Iwalewahauses zuerst Klänge aus der Tuba, in der hervorragenden Akustik ein wahrer Ohrenschmaus. Pünktlich (das akademische Viertel mit eingeschlossen) ging es dann los, die Weltraummaus läutete das Geschehen ein und wurde durch den furios-infernalischen Raketenstart abgelöst…

Die Eigenheiten jedes Aktes aufzuführen würde den Rahmen sprengen, ich picke also lieber mal meine Highlights des Abends heraus und lasse den Rest der Meute bei Gelegenheit ihre eigenen Retrospektive bloggen. Der Abend war in 5 Akte aufgeteilt, bei uns Hanseaten waren 18 Einzelteile in einer Art „Partitur“ zusammengefasst. Bei mir standen beispielsweise so Sachen wie: „Bari-Solo!“, „Melodica“ oder „Ja“. Andere Spielanweisungen umfassten „Harp: Wir lagen vor Madagaskar“, „Einfach Irm“, „Kekse Verteilen“ und „Müll einsammeln“. Aber wir wären ja nicht die Hansestadt, wenn wir es nicht auch geschafft hätten teils aus purer Inbrunst, teils aus wahrer Verwirrung heraus dieses Arrangement nicht teilweise in Schutt und Asche zu legen. Das tatsächlich Schöne dabei aber: Egal wie zerstört irgendjemand dabei durch die „Noten“ eierte, es kam alles wieder zusammen.
Weiterhin sehr schön war auch das Publikum. Nicht nur, dass welches anwesend war, nein, wir hatten ein wunderbar-aufmerksames, interessiertes Publikum, welches sogar nach einer Zugabe verlangte und (zumeist positives) Feedback gab. Und noch das Manifest mit uns gegengezeichnet hat und so Teil des Geschehens wurde.
Für mich ein wenig enttäuschend war, dass ich vor lauter Fokus auf meine Gerätschaften die Kunstblutorgien und andere (sicherlich sehr spannende) Aktionen nicht voll mitbekommen konnte. Aber was egal, ich hatte meinen Spaß 🙂

Nach diesem durchschlagenden Erfolg, diesem erfüllende Spielerlebnis dieser knorken Mitkünstler bin ich nun sehr gespannt, was die Ex-Post-Analyse des Materials ergibt (Dank an Jens, das alte Goldstück). Aktuell sieht es so aus, als ob wir das ganze Ding auf schweres Vinyl pressen lassen und Ai Weiwei um eine Skizze für das Cover bitten, ein Vorwort von Aino Laberenz dazu? Spaß beiseite: Geeignetes Material wird zum Nachfühlen und Wiedererinnern beizeiten zur Verfügung  gestellt. Mir bleibt noch mich bei Fabian für die ausdauernde Betreuung und bei Alex für das spontane Technikgeschwurbel zu bedanken, und nun versuche ich wieder in einen Alltag hereinzufinden, in dem Kunst nicht zu Energie umgewandelt werden kann.

Mit spacigen Grüßen

felix

taktischer offizier des Innenministeriums für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit der Hansestadt Bayreuth

15. Juli 2014 / bubuludilli

Die Hanse ist nicht tot, sie riecht lediglich nach Räucherstäbchen….

amen ich sage euch: auch wenn unsere Fans in voller Erwartungsfreude vor diversen Veranstaltungsorten Bayreuths auf die ursprünglich angesetzte Performance zu Schlingensiefs „Die 120 Tage von Bottrop“ warteten hatte die Hansestadt Bayreuth mal wieder Anderes vor. Gezwungenermaßen, denn der ursprünglich geplante Ausbruch im Glashaus Bayreuth wurde aus organisatorischen Gründen abgesagt.

Aber das stört einen alten Improvisator bekanntermaßen nicht, da muss halt was neues her. Und so kam es, dass ich einigermaßen unbedarft in eine nicht näher zu nennende WG eintrudelte, diverse Spielsachen und Instrumente im Gepäck.
N.N. hatte zu der Zeit meinen beiden Mitimprovisatoren schon diverse Drinks eingeflößt und so lag es an mir noch schnell ins Lagerfeuer zu greifen und einen Scheit Bier in meine Gesichtsnähe zu führen.

Nach einem köstlichen Mahl (danke nochmal) zogen wir uns zurück um unser Instrumentarium aufzubauen: Andi hatte nebst Läppi noch Kalimba, Drachenrufer noch die LED-Sonnenbrille dabei und schloss sich direkt ab die hauseigene Stereoanlage an. Knut rollte sein Magazin aus Harps (Mundharmoniken?) aus und positionierte just daneben seine akustische Gitarre und eine Hollandflagge. ich hatte spontan beschlossen, meinen neu erstandenen EHX Freeze mit einem Mikrofon zu beschießen und das Ergebnis mit warmem Echo zu veredeln. In das Mischpult, das ich dazu benutzte steckte ich noch Synthie+Effektquietsche ein und schlauchte das alles dann in kleine Laptopboxen zur akustischen Entkopplung von Gohlkes Ergüssen.

Zur Performance selbst will ich eigentlich nicht all zuviel sagen, da ich einerseits noch auf das Ergebnis der Aufnahmen hoffe und man andererseits sowieso am Besten dabei gewesen wäre. Ein paar Besonderheiten sind jedoch von meiner Seite aus hervorzuheben:
–  Wir kamen das erste Mal seit Ewigkeiten wieder zusammen, das antasten an das gegenseitige Klangspiel war also spannend, ungewohnt und daher teilweise etwas energiehemmend.- Niemand hat den performativen Teil mit der Hollandfahne geblickt (gefühlt zumindest).
– Schokopudding kam zum Einsatz, ich war jedoch dermaßen in mein Gefrickel vertieft, so dass ich davon nix mitbekommen habe.
– Zudem war es mein erstes hanseatisches Wohnzimmerkonzert. Sehr interessant, da die Alkoholpegel des Publikums und die Bewegungsmöglichkeiten dann doch enorm unterschiedlich sind.
– Kunst!
– Knut übernahm die Rolle des Vorlesers, was meiner Erinnerung nach eine Premiere war.

Nachdem wir uns ein wenig ausgetobt hatten ging es dann an den nächtlichen Käääääse und mit der Gewissheit, dass die Hanse doch noch lebt schauten wir dann allesamt, dass wir es irgendwie noch heil nach Hause in die eigenen 4 Wände schaffen.

Wir bedanken uns noch einmal bei N.N. und Konsorten für die Gelegenheit, allen Brauereien dieser Welt für ihre Erzeugnisse und natürlich bei unserem Propheten Meese, auf das er Heil zu uns bringe.

Kuchen.

24. Februar 2014 / bubuludilli

Impro unter anderen Bedingungen

Ein Abenteuer, zumindest ein kleines, ist dem Felix jüngst passiert:
Ein sogenanntes „Dinner in the Dark“ ist ein Event, bei dem in absoluter Dunkelheit gespeist wird um so die Sinneswelt von Sehbehinderten und Blinden nachzustellen. Das ist für sich schon ganz lustig, alle Teile des Bestecks werden beispielsweise selten benutzt. Die Besucher reden mehr&lauter um sich ihrer Präsenz und der ihrer Nachbarn zu versichern, alle blinzeln ein wenig komisch, wenn es dann aufs Klo (in Helligkeit) geht.

Normalerweise ist die Ausgangssituation für die Sinne schon ziemlich spannend, es ergab sich jedoch noch eine kleine Verwirrungsakkumulation: Die Organisation wollte mal ausprobieren, wie sich die akustische Wahrnehmung im Bezug auf musikalische Impulse verändert.
Am Abend selbst war die Sängerin Madeleine Reichert nebst Korepetition anwesend und debütierte. Die Menschen redeten munter weiter und erst im Anschluss beim allgemeinen Feedback stellte sich heraus, dass im Kuddelmuddel aus nix-sehen, viel-hören und genereller Verwirrung viele wohl den Anfang des Gesangs gar nicht als Live-Musik eingeschätzt hatten!

Joa, ein knappes Stündchen später,  zwischen Hauptgang und Dessert war dann ich an der Reihe. Die Vorgabe waren 10 Minuten, der Inhalt war mir überlassen. (ich würde frei improvisieren, was denn sonst?

Ich stapfte also mit meinem Barisax durch die „Lichtschleuse“, tastete mich am Vorhang entlang und stellte mich dann im Raum auf (knapp am Vorhang zur taktilen Orientierung). Und begann zur akustischen Einleitung mal ein wenig in das Horn zu rauschen. Ursprünglich war mein Plan gewesen, durch verfremdung des Grundklangs den Zuhörer möglichst lange im Zeifel der Natur meines Instruments zu lassen. Dieser Plan wurde nicht ewig durchgehalten, irgendwann kam mir das gegrummle und geslappe ein wenig albern vor, also beschloss ich ein wenig rumzuarpeggieren und Variation über Phrasierung geschehen zu lassen. Insgesamt war alles recht tonal, einen kompletten Ausbruch wollte ich doch nicht abziehen, da die wirkende Intensität überhaupt nicht abzuschätzen war.
Ich vergaß zu erwähnen, dass der König-Ludwig-Saal in der Sudpfanne eine exzellent-hohe Decke und damit eine sehr füllige Akustik besitzt. Durch das hallreiche, noch von Gesprächen angereicherte Hörerlebnis war ich mir leider auch überhaupt nicht sicher, wie laut ich denn überhaupt war. Somit war auch indirektes Feedback (angeekelte Gesichter hab ich nicht gesehen) nicht sonderlich ausführlich.

Sehr interessant war neben der Navigationsverlust und der intensiven Finsternis eindeutig der klare Verlust des Zeitgefühls. Hätte ich so nicht gedacht, aber nachdem ich meine Töne und Untöne so ein wenig aneinandergereiht hatte war es so weit: Ich hatte keinen blassen Schimmer mehr, wie lange ich nun schon am werkeln war. Dennoch schaffte ich es, die Zeitvorgabe nur knapp zu unterschreiten, sehr interessant.
Das schöne wenn einen niemanden sieht ist übrigens, dass man auch in totalen Gammelklamotten auftreten kann und kurz bevor es losging zuckte auch der Gedanke durch den Kopf, dass es eine der wenigen Gelegenheiten wäre, zu denen man komplett nackt auftreten könnte ohne jemandem auf den Schlips zu treten. Vielleicht beim nächsten Mal?

3. Februar 2014 / Knut Holtsträter

2013, das Jahr in dem wir Kontakt aufnahmen

Die Hansestadt Bayreuth hat im Jahr 2013 insgesamt zu 27 offiziellen und inoffiziellen Gelegenheiten das Hörgerät mitlaufen lassen, die Gesamtspielzeit dürfte dem Licht-Zyklus von Karlheinz Stockhausen Konkurrenz machen. Wir haben etwa 6 Stunden von dieser Spielzeit in unsere diversen Soundclouds gestellt. Von diesen 6 Stunden werden bald 2 Stunden auf einer Doppel-CD erscheinen. Insofern kann man wohl von einem Best of Hansestadt 2013 sprechen Der CD-Release wird bald noch angekündigt. Danke Leute, Ihr seid alle total geil. Und das Jahr 2014 wird noch praller! 🙂

Hier nochmal der Vollständigkeit halber die beiden Soundclouds:

Falls Ihr noch nicht genug bekommen habt, hier noch die Playlists, die auch Hansestadt-Musik von den Einzelkonten der hanseatischen Einzelkünstler enthalten 🙂

Einmal „Etwas von der Hansestadt“:

Und dann noch „2000 Jahre Richard Wagner“, die Musikstücke für den ‚Stellenhörer‘:

Viel Spass beim Durchklicken. Wer unsere Konten komplett durchhört, bekommt beim nächsten Auftritt ein Bier geschenkt. (Als Beweis werden Wundmale, Krankenscheine oder ähnliches akzeptiert.)

PS: Die Hansestadt fährt in diesem Jahr nach Leipzig und München, aus Bayreuther Sicht also quasi eine Europa-Tournee 🙂