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29. November 2012 / bubuludilli

Die Open Stage im Glashaus – einmal Revue passiert

Und so kam es, dass die Hansestadt ihre Botschafter ins Glashaus entsandte und  das „Armageddon Workout Center“ das Kontor eröffneten. Ausgestattet mit Laptop, Akustikbass, Gitarre + Effektarmada und Saxophon mitsamt Klangverfremdungsbeiboot zogen die vier Kaufleute der Improvisierten Kunst (Andi, Johannes, Knut und Felix) in die geheiligten Hallen ein.

Zur Vorgeschichte des Abends: Alles Begann mit ein wenig Folk, gefolgt von weiteren musikalischen Einlagen. Mal mit Gitarre, mal eine Cajon dazu, dazu jeweils Gesang. Braver 4/4tel Takt, schöne Akkorde, handfestes Liedgut. Dazwischen noch ein wenig Prosa über das Skifahren und ein kleiner Ewok-Diss. Danach wurde pausiert und im Anschluss an eine weitere Gesangsdarbietung bekam die einzige Instrumentaleinlage des Abends grünes Licht.

Nach der Verkündung der frohen Botschaft durch Knut ließen die Vier auf Worte Taten folgen und der Anker wurde gelichtet:
Im Angebot war die volle Breitseite: Perkussives Bassspiel, mit Pinseln gespickte Gitarre, Samples über die Sowjetunion, Gangsterrap-Extrakte, Quietschen, Hallfahnen, Moskitos, Polyrhythmik , Lärm, alles also, was das von Lagerfeuergitarren umspülte Ohr der Besucher wohl seit längerem nicht vernommen hatten.

Aus den ersten Reihen sprang den Musikern ein gesunder Eintopf aus Entgeisterung, Amüsiertheit und Verzückung entgegen, in den folgenden Reihen wird es wohl nicht anders ausgesehen haben.  Dennoch genügte ein einzelner Zugabenruf um dem Moderator die Autorität kurzweilig zu entziehen und noch ein verplantes Stück Lärm als Zugabe zu Sonderkonditionen feil zu bieten.

Doch zurück zum Klanggeschehen: Aufgrund der starken Elektrifizierung war nicht immer jedes Brummen und Fiepen eindeutig lokalisierbar, die Nebelwand der Klänge musste also per Echolot und ein wenig seemännischem Geschick durchschippert werden. Geschulte Ohren konnten gelegentlich tonale Anflüge erkennen,  ein wenig „Call and Response“ mit den Sprachsamples war auch mit dabei. Das ein- oder andere Kleinkind am Bühnenrand verbannten eine massive Feedbackwelle in das Reich der schlechten Ideen, anstatt ekstatischem Noise war also gutmütiges Puzzlespielen angesagt. Aber davon lebt ja bekanntlich die Musik.

Nachdem der Zeitslot gehörig überzogen war, wurde das Kollektiv unter verhaltenem Applaus von der Bühne gezaubert. In diversen Interviews mit Beiwohnern des Abends kam zur großen Verwunderung noch heraus, dass tatsächlich manch Landratte sich an der Musik erfreut hat.
Ob wohl Knuts Wette, die 40 Likes auf Facebook zu knacken noch aufgeht?

Den Musikern hat es, nach eigener Erklärung zumindest, Spaß gemacht. Diverse neue Jünger wurden gewonnen und der erste öffentliche Auftritt der Hanse ist bestritten worden. Hurra!

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