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7. November 2013 / bubuludilli

Aus der Finsternis entsteht die Hansestadt

Oder so ähnlich.

Lange wurde nichts geschrieben hier, obgleich die Ereignisdichte definitiv nach oben gegangen ist. Von zwei Auftritten ist zu berichten, das Erste ist schonmal eine super Sache:

Geburtstagspartey

Das Leben nimmt mitunter recht bizarre Rhythmen an und so ist es kein Wunder, dass die Hansestadt Bayreuth keine Jahresringe trägt oder Falten bekommt. Wie denn auch, bei dem zarten Alter. Woran man das Alter eines oberfränkischen Künstlerkollektivs jedoch messen kann ist die Präsenz auf der Bühne des Glashauses. Und zwar spezifisch bei der so genannte Open Stage.
Die älteren Gesichter erinnern sich sicher noch an die Open Stage im Wintersemester 2012: Nach der Pause, auf der sich auf der Bühne ein illustres Völkchen und eine Armada aus Elektronischem Geraffel aufgebaut hatte wurde feierlich die Hansestadt ausgerufen. Einfach so.
Im Hintergrund waren natürlich schon eigenständige Aktionen geschehen, improvisiert worden und auch ein wenig genetzwerkt. Aber an jenem denkwürdigen Tag, da erblickte das Licht die Welt uns, die Hansestadt Bayreuth.

Und im Turnus des Glashauses ist dies nun ein Jahr her (also ziemlich genauch NICHT 365,25 Tage). Und so feierten wir Geburtstag. Auf der Bühne waren Max, Anja, Felix, Andi und Knut aufzufinden und nach den oft so elektronischen Performances wurde sich nun darauf verständigt, das ganze dieses mal unplugged ablaufen zu lassen. Der Posaunenchor gewissermaßen. Jens Wagner kündigte uns an (Danke) und dann spielten wir unser eigenes Ständchen. Für uns. Motivisch an einen klassiker zum fröhlichen Geburtstag angelehnt ergab das Interplay, dass der Erguss recht kurz sein sollte. Und das arme Publikum wusste wieder einmal nicht, wie ihm geschah…
Im Anschluss wurde noch in Anlehnug an Andy Warhols vielfarbige Disaster das spontan komponierte Stück „Massenkarambolage auf der A9“ aufgeführt.
Und als Zückerchen schmetterte Andi im Anschluss noch ein Solo auf der Piccolo-Säge.

Durch die Besetzung in Form von Schlagzeug, Tuba, Saxophon, Flöte, Säge und Gullivers Reisen war die Flächigkeit einer elektrisch amplifizierten Aufführungspraxis nicht gegeben. Dadurch wurde die Kommunikation intensiver und das pure Vorankommen im Raum/Zeit-Kontinuum zu Schwerstarbeit. Jede bescheuerte Sekunde muss eigenhändig mit Sound gefüllt werden. Entsprechend waren die künstlerischen Erzeugnisse auch sehr dicht, was dem Laien nicht wirklich zum vertieften Verständnis geholfen hat.
Aber hey, wem das alles nix sagt, der kann das gerne mit uns zusammen lernen, Klangwerkstatt und so.

Botanik

und dann kommt es schon zum Nächsten: Die Hanseaten wurden gefragt, ob sie nicht zur Vernissage der Ausstellung „Gelebtes neu belebt“ – Assemblagen und Objekten von Katrin Schinner ein kleines Ständchen spielen wollten. Selbstversändlich konnten wir nicht ablehnen.

Knut hatte seine Effekt-Planken dabei, Andi den Rechner (und eine Synth), Anja ein Mikro und ich mein Delay-Set. Und der junge Padawan Klemens ließ es sich nicht nehmen, das Mikro beim Soundcheck ein wenig zu betüddeln.Heraus kam eine phänomenale Aufnahme, Soft-Noise mit Vocals, eigentlich eine super Sache, hört selbst:

Der Rest der Aufnahmen ist leider vom Munkeln der Ausstellungsbesucher vertönt und daher recht unbrauchbar.

Wie immer hat kaum jemand verstanden, was wir da machen und das wir eigentlich auch eine Assemblage sind wurde zwar angedeutet, aber dennoch wurde unsere Präambel wieder mal mit dem Soundcheck verwechselt, aber das ist das harte Brot der Kunst. Wenigstens die ausstellende Künstlerin war recht angetan, ganz zu schweigen von uns selbst…

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