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6. September 2015 / bubuludilli

Warum denn? Warum?

Warum mache ich das?

Es ist ja nicht so, also ob hanseatische Musik unbedingt allen ästhetischen Anforderungen genügen würde. Daher wird sie ja auch zumeist zu besonderen Anlässen zelebriert. Auch ist es keine Frage warum man das macht: Geil isses! Freie Musik mit Kontrolle über alle Parameter der Musikalität, das einzige, worauf man achtet ist das, was man selber so von sich gibt und was die anderen um einen herum so machen. Also nicht nur Kommunikation mit sich selbst sondern auch Kommunikation mit dem Rest der Welt, also so etwa wie das Leben selbst ist.

Also warum zur Hölle sollte man so etwas alleine im stillen Kämmerchen machen fragte ich mich letztens als ich nach einem Tag des universitären tippsens meinen Synth aufbaute. Die erste Antwort war klar: Weil ich es kann, was denn sonst?

Sobald man sich ein wenig in die Maschinerie eingearbeitet hat erzielt man schnell lärmige, dicht klingende Ergebnisse. Aber damit hat es sich noch nicht ganz.

Während ich da dröhne und föhne gibt’s dann da immer noch irgendwas, womit ich nicht ganz zufrieden bin. Mal stimmt ein Faderverlauf nicht, dann habe ich das Gefühl einen nicht genug Vielfältigkeit in den Klang einzubauen oder ich vergesse ein geiles Feature meiner Hardware und ärgere mich den einen Knopf im Eifer des Gefechts nicht rechtzeitig gedrückt zu haben.

Also dämmert es mir: Auch komische Gerätschaften kann man üben, zumal man ja gerne mal ein Dutzend Soundspuren gleichzeitig am Laufen hat. Erschreckend zu sehen, wie einem das bisschen Multi-Tasking zu schaffen macht, man merkt es danach: Irgendwo hat man vergessen die Lautstärke zu korrigieren und schwupps ist da mitten im Flow ein harter Bruch. Es ist ja nicht so, als ob man auf einem Synth Skalen übt, an der Atmung schleift oder die handwerklichen Feinheiten des Vibratos übt…

Was passiert also: Aus dem musikalischem Dia- oder auch Multilog wird also ein Monolog. Aber das ist nicht weiter wild: Die besten Gespräche sind Selbstgespräche und ist alles was ich an meinen Gerätschaften tue ein rhetorisch Übung, ein vor dem Spiegel vorgetragenes, spontanes Rezitat, eine Aufgabe der Wortgewandheit an einen selbst, für einen Selbst.
Zweck der Sache? Wenn ich dann eines Tages wieder mit meinen Mithanseaten auf einer Bühne/in einem Kellerloch Kunst erschaffe kenne ich eine Borste meines Pinsels mehr.

Es hat niemand gesagt, dass sich der Weg dahin knuffig anhört, aber hey, wer genau hinhört kann vernehmen wie ich das ein-oder andere Knöpfchen drehe, einen Spannungsbogen herstelle, ihn unterwegs versaue und auf meine eigene Art und Weise aus einem Korg Electribe und einem EHX SMMHazarai zu machen versuche, was sich zwischen mir und der Gerätschaft in meinem Kopf abspielt.

Der unten folgende Track ist also gleichbedeutend dazu, wenn jemand Etüden spielt, Oktavsprünge übt, Fingersätze einschleift oder Partituren nachhört um ein Gefühl für Orchestrierung zu bekommen. Oder alles gleichzeitig.

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